Hummeln

Der Einsatz von Hummeln in Apfelplantagen

Da die meisten Apfelsorten selbststeril und damit auf eine Fremdbefruchtung angewiesen sind, bedarf es einer Bestäubung mit artfremdem Pollen, so genannten Bestäubern. Dieser Vorgang erfolgt durch Bestäuberinsekten, die die Pollenübertragung vom Spenderbaum zu den weiblichen Blütenorganen der jeweiligen Apfelsorte gewährleisten.

Je nach Sorte und Anbaujahr, setzt die Apfelblüte üblicherweise in der zweiten Aprilhälfte bzw. Anfang Mai ein und dauert je nach Apfelsorte im Schnitt 12 bis 20 Tage.

Die für diese Jahreszeit typischen klimatischen Bedingungen wie Temperaturschwankungen, Wind und Regen wirken sich negativ auf die Tätigkeit der Bienen aus, beeinträchtigen jedoch nicht die Aktivität der Hummeln, denen selbst Temperaturen um die 10 bis 12º C, schwache Regenfälle und moderate Windstärken nichts anhaben können, Flugbeginn ab Mindesttemperatur 5º C.

An der Sprossachse des Apfelbaums befinden sich jeweils 5, 6 oder gar 8 Blüten. Im allgemeinen führt der Einsatz von Hummeln (insbesondere bei den Sorten Fuji, Pink Lady und Gala) zu einer Maximierung des Fruchtansatzes, er erleichtert die chemische Ausdünnung, wirkt sich positiv auf Fruchtgröße und Farbintensität des Apfels aus und ermöglicht eine frühere Erntezeit.

Darüber hinaus gewährleisten die Bestäubungshelfer insbesondere bei den Sorten Fuji und Pink Lady eine Ertragssteigerung im laufenden Jahr und verringern dadurch die für diese Sorten typischen unregelmäßigen (alternierenden) Erträge.

Die Anziehungskraft der Apfelblüte auf die Hummeln liegt nicht so sehr, wie vielleicht vermutet, am Blütennektar - in den Hummelstöcken befinden sich nämlich ausreichend Zuckerreserven -, als vielmehr an der reichlichen und äußerst nahrhaften Pollenproduktion.

Diese Tatsache macht die Hummel zu einem besonders effizienten Bestäuber: Hummeln sind schneller im Bestäuben und besuchen ca. 30 - 40 Mal mehr Blüten am Tag als Bienen.

Aufgrund ihres robusten Körpers beweisen Hummeln außerdem mehr Widerstandsfähigkeit als Bienen, besonders dann wenn Hagelnetze zum Einsatz kommen, die für die deutlich kleineren Bienen oftmals eine tödliche Falle darstellen.

Die Vermehrung der Hummelkolonien durch künstliche Zucht unterbindet außerdem die Risiken einer Übertragung von Infektionskrankheiten wie den vom Bakterium Erwinia amylovora hervorgerufenen Feuerbrand.

Allgemein lässt sich behaupten, dass der Einsatz von Hummeln in Obstplantagen zunehmend an Bedeutung gewinnt, vor allem auch im Hinblick auf den drohenden Bienenschwund und dem damit verbundenen Risiko einer verringerten oder gar ganz ausbleibenden Bestäubungsleistung.

Um eine ausreichende Bestäubung der Apfelbäume zu gewährleisten, sind 3 - 4 Hummelstöcke pro Hektar notwendig, welche in den Tagen unmittelbar vor Beginn der Apfelblüte aufgestellt werden.

 

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